Das nervt mich echt (2004)

24. Juli 2004

Das folgende Interview in den vier unten aufgeführten Teilen wurde einem jungen deutschen Studenten während einer längeren Zeitspanne bis zum 24. Juli 2004 gegeben. Es war sehr beunruhigt, als er herausfand, dass deutsche Schulen, Medien, Regierungspublikationen und viele angeblich angesehene Internetseiten scheinbar endlose Lügen über den Holocaust-Revisionismus verbreiten.

Sein Leben

S.: Guten Tag Herr Rudolf, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, für dieses Interview. Wo genau in den USA leben Sie denn jetzt?

R.: Ich lebe in Chicago, wie meine veröffentlichte Adresse angibt. [Das ist nicht mehr der Fall, GR 2012]

S.: Ich verstehe, dass Sie in den USA um politisches Asyl gebeten haben. Müssten Sie normalerweise nicht in „Asylhaft“ sein, da Sie dort Asyl beantragt haben?!

R: Nein, Asylhaft gibt es hier in den USA nicht. Haft gibt es nur, wenn man gegen Gesetze oder Regeln verstößt, und das habe ich nicht.

S.: Woher kommt es, dass Sie zeitweilig zwei Nachnamen hatten? (Scheerer, Rudolf)

R.: Ich habe lediglich einen Nachnamen, und der ist Rudolf, aber ich hatte einmal einen anderen Nachnamen. Als ich 1994 das erste Mal heiratete, hat sich meine damalige Frau geweigert, einen männlichen Vornamen als Nachnamen anzunehmen. Das heutige Recht macht es möglich. Da ich aber für uns beide denselben Namen wollte, gab es nur eine Möglichkeit: den meiner Frau anzunehmen. Das hat auch den Vorteil, dass meine Familie bei all den öffentlichen Kontroversen und Hexenjagden nicht so im Rampenlicht steht, zumal ich meinen „Jungennamen“ weiterhin für alles Revisionistische weiterverwendete. Nach meiner Scheidung im Jahr 2000 habe ich dann meinen Geburtsnamen wieder angenommen. Den Namen Scheerer habe ich aus Schutz für meiner Familie Privatleben nie in der Öffentlichkeit verwendet. Der Name kam erst durch mein Gerichtsverfahren an die Öffentlichkeit.

S: Warum haben Sie sich von Ihrer ersten Frau scheiden lassen? Ich nehme mal an, dass die Verfolgung Ihrer Person irgendetwas damit zu tun hat.

R: Meine Frau hat mich dauerhaft Anfang 1999 verlassen. Ihr war der Verfolgungsdruck zu viel geworden, und sie hat sich nie daran gewöhnen können, im Ausland leben und dort gegenüber den Behörden ständig Verstecken spielen zu müssen. Sie ist nach Deutschland zurückgegangen, hat sich einen neuen Mann zugelegt und hat nun mit dem bereits zwei weitere Kinder. Meine Frau hat Ende 1999 den Scheidungsantrag gestellt, und unter den gegebenen Voraussetzungen wäre jeder Widerstand sinnlos gewesen. Mit meinem Hintergrund hätte mir kein deutsches Scheidungsgericht auch nur ein kleines bisschen Recht gegeben. Was soll also unter solchen Umständen ein Festhalten meinerseits an einer Ehe bringen, anderes als erhöhte Scheidungskosten?

S: Sagen Sie mal, welche Aktivitäten machen Sie den Tag so?

R: Wochentags tagsüber arbeite ich, wie die meisten Menschen – in meinem eigenen Verlagsunternehmen. Feierabende und die Wochenenden verbringe ich mit Freunden beim Segeln, Volleyball, Tanzen, Ausgehen, Kino, Museen, Konzerten, oder auch einfach mal zuhause. Und ab und zu ein guter Star-Treck-Film J Ab Februar nächstes Jahr kommt dann zur Abwechslung mal wieder Babysitten dazu, da meine zweite Frau schwanger ist.

S: Herzlichen Glückwünsch!

R: Danke!

Menschenrechte

S.: Wie mir vermehrt auffällt, nehmen die Angriffe auf die produktiven Revisionisten zu. Woran liegt es, dass einige Revisionisten durch Andersdenkende bedroht und verfolgt werden und zum Teil körperliche Schäden davon trugen?

R.: Wem die Argumente ausgehen, der greift zur Gewalt. Kein Revisionist hat jemals Gewalt angewendet, dazu aufgerufen oder sie gerechtfertigt. Es gibt daher objektiv gesehen keinen Grund, gegen uns mit Gewalt vorzugehen. Und dennoch gibt es kaum eine Gruppe von Menschen, die so gehasst und verfolgt wird wie wir. Der Grund dafür liegt darin, dass die Menschen seit 60 Jahren von Medien, Justiz und Politik zum Hass gegen uns aufgestachelt werden, indem man ihnen einredet, es handele sich bei uns um so etwas wie den leibhaftigen Teufel.

Prof. Robert Faurisson maimed by Jewish ThugsFig. 1: Wem die Argumente ausgehen, der greift zur Gewalt. Prof. Faurisson nach einem Überfall durch jüdische Schläger, 16. Sept. 1989.

S.: Als ich letztens in Ihrem Gutachten geblättert habe, sah ich ein Foto auf dem Professor Doktor Robert Faurisson schwer verletzt und blutend in Krankenwagen hineingeschoben wurde. Können Sie mir sagen, warum man Herr Faurisson zusammengeschlagen hat?

R.: Weil man ihn für das hasst, was er in seinen wissenschaftlichen Schriften festgestellt hat. Die drei jungen jüdischen Schläger, die in so fürchterlich zurichteten, überfielen ihn ohne ersichtlichen Grund während eines Spazierganges im Park seiner Heimatstadt Vichy.

S.: Die Verfolgungen gegen Revisionisten erinnern mich an die Hexenprozesse, wo zwar auch wirkliche Hexen getötet worden sind, die aber in ihrem Handeln und Denken ehrlich waren. Erkennen Sie da eine Parallele?

R.: Ich habe dazu ja einen Beitrag verfasst („Der mittelalterliche Hexenprozess und seine Parallelen in unserer Zeit“), und zwar unter Pseudonym, um mich vor Verfolgung zu schützen, was in diesem Fall auch geklappt hat, sowie einen weiteren und einem anderen Pseudonym, aber diesmal war die Polizei schneller („Der Wert von Aussagen und Geständnissen zum Holocaust“, ein Beitrag, der aus dem erstgenannten hervorgegangen ist und massiv erweitert wurde (die englische Fassung „The Value of Testimony and Confessions Concerning the Holocaust“ ist aktueller als die deutsche Fassung.)

S.: Auf Ihrer Webseite haben Sie auch das Buch von Gerd Honsik „Freispruch für Hitler“ ausgehängt. Mir scheint, dass einige der darin befindlichen Aussagen angreifbar sind. Wäre es da nicht angebracht, dass Sie den Text ändern, damit es seriöser erscheint?

R.: Auf meiner Webseite befinden sich allerlei Bücher, von denen viele vor Jahrzehnten erschienen. Die Wissenschaft hat seither erwartungsgemäß Fortschritte gemacht und ist zu neuen Erkenntnissen gelangt. Das heißt, dass einige der Aussagen in älteren Büchern, die sie bei mir finden, überholt sind. Aber viele der Bücher hängen bei mir ja nicht aus, weil alles in ihnen wahr wäre, sondern weil sie in Bibliotheken wenn überhaupt dann nur selten und in Buchhandlungen gar nicht mehr zu finden sind. Meine Webseite versucht, bundesdeutsche Bücherzensur zu untergraben. Dem würde ich einen schlechten Dienst erweisen, wenn ich daran ginge, den Inhalt älterer Bücher nach meinem Gutdünken zu zensieren, und sei es nur, um Fehler zu korrigieren. Abgesehen davon macht es die schiere Anzahl und breite Vielfalt der ausgehängten Bücher schon aus Zeitgründen und mangelnder Kompetenz unmöglich, sie alle zu korrigieren. Ich hänge diese Bücher aus, damit man Quellen finden kann, die ansonsten unterdrückt werden. Wenn man sich die Wahrheit zu Eigen machen will, dann muss man ebenso neuere und exaktere Bücher und Schriften zum Thema lesen, die es auf meiner Webseite ja auch gibt.

S: Was halten Sie von Jan van Helsings Buch „Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20. Jahrhundert„, das auf ihrer Webseite ausgehängt ist?

R: Es ist eine aufgeregte und unwissenschaftliche Studie in dem Sinne, dass viele unverlässliche Quellen zitiert werden und dass Schlussfolgerungen und Wertungen zum Teil von den angeführten Beweisen nicht gestützt werden.

Ich kenne den Autor ein wenig aus einigen Telefongesprächen und aus längeren Email-Wechseln. Er war früher als jugendlicher ein Punker, ziemlich daneben. Verglichen damit hat er sich rausgeputzt, allerdings scheint da ein roter Faden des Mangels an intellektueller Souveränität und emotionaler Ausgeglichenheit zu bestehen. Ich muss aber auch sagen, dass nicht alles, was er ausführt, komplett falsch ist. Aber das auszuführen, würde ins Uferlose führen.

S: Immer diese wüsten Unterstellungen besonders in Kapitel 48 „Geheimgesellschaften“, wo dessen Mitglieder als Neonazis und Kinderschänder bezeichnet werden. Was soll dieser Mist?

R.: Ich habe die Bücher noch nicht einmal ausführlich gelesen. Jedenfalls kann ich mich an dieses spezifische Kapitel nicht erinnern. Ich bin nie über einige Seiten hinausgekommen, weil mir die Verschwörungstheoretiker ziemlich auf die Nerven gehen. Für mich ist das zu nicht unerheblichem Teil eine Paranoia. Es gibt gute Gründe, gegenüber mächtigen Gruppen skeptisch zu sein, allerdings wird hier das Kind mit dem Bade ausgekippt. Wenn alles, was Udo (aka Jan) und ähnliche Autoren schreiben, wahr wäre, dann wäre ich depressive angesichts so viel übermächtiger bösartiger Verschwörungen. Gott sei Dank ist es so schlimm nicht in unserer Welt.

Ich habe das Buch nur auf vho.org ausgehängt, weil es verboten wurde, nicht, weil ich mit dem Inhalt einverstanden bin. Das ist eine prinzipielle Solidarität unter Autoren und für die Meinungsfreiheit, auch für diejenigen, mit deren Ansichten ich ausdrücklich und vehement nicht übereinstimme, frei nach Voltaires berühmten Ausdruck, der noch nicht mal von ihm stammt.

Politik

S.: Die amerikanisch-jüdische Theologin Deborah Lipstadt behauptet, dass alle Leugner Antisemiten seien. Wie stehen Sie zu der Verwendung des Begriffs „Leugner“?

R.: Unsere Gegner verwenden den Begriff systematisch, um gegen uns zum Hass aufzustacheln. Er gibt den Eindruck, dass wir das Offensichtliche leugnen, und zwar wider besseres Wissen, sprich aus bösartigen Beweggründen. Wenn die Leute erst einmal glauben, dass wir unsere Ansichten nicht etwa deshalb haben, weil wir ehrlich daran glauben, sondern weil wir Böses im Schilde führen, ist es einfach, sie dazu zu bringe, die Verfolgung der Revisionisten zu akzeptieren und daran teilzunehmen. Das ist die Logik des Terrors, wie ich anderswo ausgeführt habe.

S.: Haben Sie nicht die Befürchtung, dass Ihre Erkenntnisse durch Neonazis missbraucht werden könnte? Um ehrlich zu sein, wenn ich Neonazi wäre, dann würde ich Sie oder Ihre Erkenntnisse als Werkzeug benutzen. Sie sollten Ihren Arbeiten daher hinzufügen, dass die Entrechtung und Verfolgung der Juden Unrecht war, sonst meint ein Außenstehender, Sie würden dies als gut betrachten.

R.: Alles, wirklich alles kann missbraucht werden. Wenn das ein Kriterium wäre, etwas nicht zu tun, dann dürften wir nichts tun. Wenn wir all jene Erkenntnisse nicht erkennen wollen, weil sie missbraucht werden könnten, dann säßen wir immer noch auf den Bäumen.

Der Holocaust ist ein 60-jähriges massiv missbrauchtes Konstrukt, missbraucht von Kommunisten, Linken, Anarchisten, Zionist, Juden… ungezählte Tausende von Palästinensern sind als Folge der Holocaust-Propaganda gestorben, ermordet, hingeschlachtet worden. Wie viele Tausende haben die Neonazis dank revisionistischer Propaganda ermordet? Keinen einzigen! Von den gesellschaftlichen Verzerrungen in Deutschland, die die nun schon viele Jahrzehnte andauernde und eskalierende Identitätskrise mit sich bringt, die bis zum Selbsthass und Völkerselbstmord gehen kann, ganz zu schweigen.

Aber Sie haben Recht. Unrecht muss Unrecht genannt werden, ganz unabhängig davon, der das Opfer ist. Ich habe deshalb in der Einleitung zu den Grundlagen wie auch in den Vorlesungen betont, dass das tatsächliche Unrecht des NS nicht wegzurevidieren ist; dass aus den Nazis keine Waisenknaben werden, wenn die Gaskammern weg sind. Es hülfe nur, die Dinge in die rechte Perspektive des damals wütenden europäischen Bürgerkriegs zu bringen, der ja ideologisch betrachtet immer noch nicht zu Ende ist, was solange behauptet werden kann, wie Dissidenten wegen historischer oder ideologischer Ansichten eingekastelt werden. Zur Zeit wird nur ein Aspekt dieser europäischen katharsischen Katastrophe gesehen, und der zudem verzerrt. So verhindert man historisches Verstehen und beschwört eine neue Katastrophe geradezu herauf, da eben die falsche Lektion gelehrt wird. Nicht rechts steht der Feind, sondern in ideologischer Borniertheit allgemein, und die feiert mit dem Holo-Dogma fröhliche Urständ.

Man muss alles in der richtigen Perspektive sehen.

Man lese Dürrenmatts Die Physiker. Man kann Erkenntnisse nicht dadurch unterdrücken, dass man sie verschweigt. Es kommt darauf an, die Erkenntnisse in richtige Hände gelangen zu lassen und an Vernunft zu appellieren. Das habe ich schon in der Einleitung zu den Grundlagen geschrieben. Vgl. dort auch das letzte Kapitel. Erst dadurch, dass der Revisionismus ausgegrenzt wird, wird er für Nazis interessant und von ihnen ausbeutbar. Man überlässt ihnen ja das Feld. Der Vorwurf geht also zurück an die, die ihn erheben. Sie sind es, die den Nazis erst ihre möglichen ideologischen Waffen geben. Und zudem: es ist mir lieber, dass ich eine führende Stellung im Revisionismus innehabe, als dass diese von einem Nationalsozialisten besetzt wird. Das ist nämlich auch eine Alternative. Wenn ich nicht tue, was ich tue, dann tut es eben früher oder später jemand anders. Siehe Die Physiker.

S.: Ich darf aus Ihrem Gutachten zitieren:

„Gleiches gilt auch für Hitler und das Dritte Reich. Jeder Revisionist wie jeder Anti-Revisionist mag eine politische Auffassung haben wie er will. Der Vorwurf aber, die Revisionisten täten nur, was sie tun, um den Nationalsozialismus zu entlasten, und dies sei verwerflich oder gar verbrecherisch, ist ein Bumerang: Denn der Vorwurf setzt ja voraus, dass es als unzulässig angesehen wird, den Nationalsozialismus historisch (und damit partiell immer auch moralisch) zu entlasten.“

S.: Entlasten Sie damit nicht den Nationalsozialismus?

R.: Und wenn schon? Das ist doch des Pudels Kern: Den Wissenschaftler hat es einen Scheißdreck zu kümmern, welchen Effekt seine Erkenntnisse auf die moralische Bewertung längst vermoderter Regime hat! Wenn ich meine Erkenntnisse daran ausrichte, ob sie politisch willkommen sind oder nicht, DANN mache ich mich des politischen Missbrauchs der Wissenschaft schuldig. Indem die Gegenseite es als verwerflich ansieht, wenn eine Erkenntnis das Dritte Reich partiell moralisch entlastet, beweist sie nur ihre eigene politisch-moralische Korruption. Ob sie mit ihrer Beobachtung recht hat oder nicht, dass es Revisionisten gibt oder geben mag, deren primäre Motivation nicht die Wahrheit sondern die Entlastung des Dritten Reiches ist, ist davon völlig losgelöst. Wenn es solche Revisionisten gibt, so sind diese deshalb kritikwürdig. Es ist aber ebenso kritikwürdig, die Entlastung eines Angeklagten als moralisch verwerflich und wissenschaftlich unverantwortbar anzusehen. Es kommt in Justiz und in Wissenschaft primär auf die Beweise an, nicht auf die Motivation. Wer die Beweislage der Motivation unterordnet, zerstört die Rechtsordnung und vernichtet die Wissenschaft.

S.: Warum werden Sie und Ihre Kollegen unter anderem vom „Informationsdienst gegen Rechtsextremismus“ (IDGR) als Nationalsozialisten beschimpft?

R.: Das erinnert mich an den Staatsschutz in Stuttgart, der im Jahr 1994 Beamte zu mir sandte. In konspirativer Weise baten mich die Herren, aus meiner Wohnung zu kommen und mich zu ihnen in ihr ziviles Polizeiauto zu setzen, was ich auch tat. Die Herren wiesen darauf hin, dass sie den Auftrag hätten, sämtliche Führungspersonen der rechtsextremen Szene aufzusuchen und auf sie einzuwirken, man möge doch von Demonstrationen anlässlich des x-ten Todestages (Mordtages?) von Rudolf Heß absehen. So baten sie auch mich, dass ich auf die Szene dahingehend einwirke, sämtlich öffentliche Kundgebungen zu unterlassen, da diese mit aller Staatsmacht verboten und verhindert werden würden.

Mein Erstaunen angesichts dieser Bitte stand mir damals ins Gesicht geschrieben. Ich antwortete ihnen: „Offenbar glauben Sie Ihre eigene Propaganda und denken, ich wäre irgendwie ein Mitglied der rechten oder rechtsextremen Szene. Ich habe wiederholt, auch während meines Prozesses, ausgeführt, dass ich zu einer wie auch immer gearteten rechten oder extremen Szene keinerlei Kontakt habe. Schon aus diesem Grunde kann ich auf niemanden einwirken. Ich war nie ein Rechter und war auch nie in irgendeiner Szene Mitglied. Sie können glauben, was Sie wollen, aber wenn Sie mir nicht glauben wollen, dann kann ich Ihnen auch nicht helfen. Ihr Aufwand, sich hier zu mir zu begeben, ist völlig umsonst.“ Ich stieg dann aus dem Auto aus, und ging kopfschüttelnd nach Hause.

Also, warum glauben diese Menschen, ich und andere Revisionisten seien Nazis? Weil sie ihre eigenen Propagandamärchen glauben und alles, was wir sagen und schreiben, nur selektiv wahrnehmen oder gar auf den Kopf stellen. „IDGR“ ist ein klassisches Beispiel dafür. Wiederholt habe ich in „VffG“ gegen Zensur, Einschränkung der Menschenrechte und gegen Gewalt als Mittel irgendeiner Auseinandersetzung geschrieben. Wenn man allerdings „IDGR“ liest, so bekommt man den Eindruck des krassen Gegenteils. In einem Fall schreiben sie sogar, ich hätte die NS-Ansichten über die Juden übernommen und verteidigt, wobei auf einen Beitrag aus dem Jahre 1995 von mir verwiesen wird, allerdings ohne Link zum online befindlichen Text. In diesem Text, der die antisemitischen Schriften des 19. und frühen 20. Jahrhunderts analysiert und als intellektuelle Ursache (nicht Rechtfertigung) des NS-Antisemitismus untersucht, distanziere ich mich allerdings ausdrücklich von diesen Ansichten bzw. zitiere sie im Konjunktiv, insbesondere wenn es sich um rassistische Aussagen handelt (http://www.vho.org/D/Staatsbriefe/Rudolf6_89.html). Aber das wird von „IDGR“ geflissentlich verschwiegen. „Blick nach Rechts“, auf das sich alle gerne beziehen (linksradikal wie sie sind), kommt da eine besondere Bedeutung zu. Die schrieben vor etwa zwei Jahren, ich hätte zum Mord an Staatsanwalt Heiko Klein und anderen Zensurjuristen aufgerufen, was inzwischen gar vom Verfassungsschutz nachgeplappert wird. Wenn man den genannten Beitrag allerdings liest, habe ich genau das Gegenteil getan, nämlich von Gewalt in jeder Hinsicht abgeraten. (http://www.vho.org/VffG/2000/2/Rudolf122-124.html). Warum also glauben diese Organe, dass ich und andere Revisionisten Nazis (=Teufel) sind? Weil sie es glauben wollen; weil sie kein Interesse an der Wahrheit haben, sondern daran, ihre Vorurteile zu bestätigen und ihre politischen Ziele zu fördern – auf dem Rücken unschuldiger Dritter.

S.: Welche der bekannten Revisionisten sind bekennende Neonazis?

R.: Der einzige bekennende ist wohl nur Ernst Zündel, wobei er seine Position in den letzten 20 Jahren moderiert hat. Er ist zugleich ein radikaler Pazifist. Wie das zusammenpasst? Man muss sich dafür mit ihm unterhalten. Verkappte NS-Anhänger gibt es auch, die meisten befinden sich aber eher auf der Konsumentenseite als auf der produktiven Seite des Revisionismus. Ich zähle dazu Mark Weber (zumindest in seiner Jugendzeit) und Willis Carto. Mit beiden stehe ich u.a. auch deswegen etwas in gespanntem Verhältnis. Ich halte sie ideologisch für etwas merkwürdig. Die äußern Derartiges aber nur unter vier Augen.

Professor Doktor Robert Faurisson, Prof. Dr. Arthur R. Butz, Dr. Robert H. Countess, Dr. Fredrick Töben, das Sprachengenie Jürgen Graf, Die Historiker Carlo Mattogno, Jean Plantin und Vincent Reynouard [Korrektur 2012: Reynouard scheint ein bekennender Nationalsozialist zu sein], Michael Hoffman, Bradley Smith, Richard Widman und all die anderen produktiven Revisionisten sind aber allesamt eher als Freisinnige anzusehen, in Opposition zu jedwedem autokratischen und diktatorischen System. Manche von ihnen mögen Nationalisten und manche auch Separatisten sein, aber das schließt die Freisinnigkeit ja nicht aus. Sie sind bestimmt keine Anhänger unterdrückerischer Systeme, noch nicht einmal Ernst Zündel. Er hat am eigenen Leib verspürt (und mehr noch heute), was dies bedeutet. Die meisten Revisionisten reagieren Gott-sei-Dank sehr weise auf Unterdrückung: nicht Wut und Ruf nach Vergeltung und Gegenunterdrückung, sondern vollherziger Einsatz für Menschenrechte.

S.: Ich meine, dass es merkwürdig ist, dass 70% der Personen, die im Buch Freispruch für Hitler? Aufgeführt werden. vom „Informationsdienst gegen Rechtsextremismus“ als Nationalsozialisten bezeichnet werden, der aber Rest nicht, obwohl diese im Prinzip dasselbe aussagen. Wie unterscheidet der „IDGR“ zwischen Nationalsozialisten und Nicht-Nationalsozialisten?

R.: Man müsste „IDGR“ einmal fragen, nach welchen Kriterien sie wen als Nazi kategorisieren. Ohne das zu wissen, ist es mir nicht möglich, die Frage zu beantworten. Womöglich landet jeder, der auch nur ein kritisches Wort über Aspekte jüdischer Religionsgesetze, über den Apartheidaspekt des heutigen Zionismus, oder über irgendwelche positiven oder als positiv interpretierten Aspekte des Dritten Reiches verliert, in dieser Ecke, ignorierend, dass nicht alle Juden immer nur Gutes und nicht alle Nazis immer nur Böses tun bzw. getan haben. Schwarz-Weiß-Malerei ist eben der Anfang jeder Verfolgung.

S.: Irgendwie kann ich keine Verbindung zwischen dem Revisionismus und dem Nationalsozialismus erkennen. Laut IDGR „glorifiziert“ Gary Rex Lauck von der NSDAP/AO die angebliche „Judenvernichtung“, aber auf der anderen Seite „leugnet“ er sie wiederum. Das ergibt doch keinen Sinn, oder?

R.: Ich kenne Laucks Ansichten nicht. Die Verbindung besteht wohl mehr auf einer Lieferanten-Kunden-Ebene als auf einer gemeinsamen ideologischen Basis oder Teilnahme an gemeinsamen Aktivitäten. Revisionismus ist ein Produkt, welches bestimmte Rechte gerne in ihr Weltbild einbauen, aus dem invertierten Grunde, warum die Linke den Revisionismus verfolgt, da beide Seiten entgegengesetzte politische Motive haben. Kommen wir zu Gary Rex Lauck: Er ist zum Beispiel ist kein Revisionist und hat – außer als Kunde – auch keine Verbindung zum Revisionismus, jedenfalls ist mir keine bekannt.

S.: Herr Rudolf, ich misstraue den meisten Revisionisten, weil die meisten unter ihnen eher Propagandisten sind als Wissenschaftler. Das betrifft nicht Ihre und die anderen Wissenschaftler wie Professor Robert Faurisson, Carlo Mattogno, Jürgen Graf und viele andere. Können Sie das nachvollziehen?

R.: Es gibt nicht allzu viele rationale, seriöse Revisionisten. Zündel war immer zuerst Propagandist. Das trifft auf andere auch zu. Ich gebe Ihnen daher zum Teil Recht. Das Malheure ist, dass sich viele „Revisionist“ nennen, ohne es aber wirklich zu sein – womit ich meine, dass Revisionist zu sein primäre heißt, eine radikal-wissenschaftliche Grundeinstellung der Kritikfähigkeit zu haben, auch gegenüber sich selbst. Das trifft auf viele selbsternannte Revisionisten nicht zu. Die sind zuerst Politiker, dann Wissenschaftler. Ihr Misstrauen ist aber nichts Schlechtes. Das behalten Sie mal ruhig bei. Wenn der Revisionismus eines lehrt, dann ist es die Tatsache, dass man eben misstrauisch zu sein hat gegenüber dem, was einem andere erzählen. Das ist die Grundvoraussetzung des Revisionismus.

S.: Herr Rudolf, was würden Sie sagen, wenn ich Jude wäre oder jüdischer Abstammung? Was würden Sie machen, wenn Sie unwissend mit einem Juden befreundet wären und dies herausfänden?

R.: Ich bin wissentlich mit Juden befreundet. Ich spielte im Sommer 2003 mit einem Juden regelmäßig Volleyball, ging mit einer Jüdin regelmäßig segeln, nenne den Revisionisten David Cole einen Freund, bewunderte Israel Shahak, von dem ich sogar unter Pseudonym einen Artikel in VffG publizierte, habe Artikel von Israel Shamir veröffentlicht, der vor einiger Zeit zum Christentum übertrat, und hatte anno 2003 sogar eine jüdische Freundin, usw. usf. Wo ist das Problem? Ich denke, Sie selbst haben einige Vorurteile, wenn es um den Revisionismus geht.

S: Inwiefern meinen Sie das?

R: Ihre Frage ist eine Fangfrage. Was würde ich tun, wenn sich herausstellte, dass Sie Christ sind, oder Moslem, oder Hindu. So eine Frage würde niemand stellen. Warum machen wir alle eine Ausnahme bei Juden? Und insbesondere warum unterstellen viele, dass Revisionisten Juden nicht mögen? Einige mögen das ja tun, aber das trifft auch auf Nicht-Revisionisten zu. Aber die würden Sie nicht danach fragen, oder?

Bei Revisionismus geht es um historische Exaktheit, nicht um Juden ja oder nein. Man könnte es auch so sagen: Antisemit ist nicht, wer die Juden nicht mag, sondern wen „die Juden“ nicht mögen (verzeihen Sie die Verallgemeinerung hier, die nur um der Griffigkeit Willen verwendet wurde). Das trifft bestimmt auf mich zu. Ich habe keine Probleme mit Juden per se, sehr häufig aber haben bestimmte Juden aufgrund ihrer eigenen Voreingenommenheit Probleme mit mir, und erst daraus können sich meine Probleme mit diesen ergeben.

S.: Sie sagten einmal „Ich muss Ihnen gestehen, dass ich keinen einzigen [Juden] kenne“, aber jetzt sagen Sie das Gegenteil.

R: Das Zitat stammt aus dem Jahr 1993 und war damals zutreffend. Mitte 1994 habe ich dann Horst Lummert kennengelernt, ein sehr netter älterer Herr mit jüdischem Hintergrund. Er hat mich aufgesucht, und wir haben lange über viele Dinge korrespondiert und diskutiert. 1998/1999 ist er dann ein wenig auf konspirative Abwege gelangt. Im Herbst 1994 habe ich dann David Cole kennengelernt, einen Revisionisten jüdischer Abstammung, auch ein großartiger Kerl. Von daher waren meine Erfahrungen mit Juden auf rein persönlicher Ebene bisher eigentlich recht positiv, was man natürlich auch nicht verallgemeinern kann.

Meine Volleyball- und Segelfreundschaften waren nur oberflächlich und hielten nur eine Saison an.

Der Grund, warum ich viel mehr Juden treffe als früher liegt daran, dass ich in einer Gegend lebe, wo es deren jede Menge gibt.

S: Was denken denn Ihre jüdischen Freunde von Ihren Aktivitäten im Bereiche des Revisionismus? Und können Sie beweisen, dass Sie mit Juden befreundet sind? Denn schließlich kann dies ja jeder behaupten.

R: Ich benutze meine Freunde nicht, um etwas zu beweisen. Das habe ich nicht nötig, und das haben die Freunde nicht verdient. Ich wäre ein schlechter Freund, wenn ich sie in dies hineinziehen würde. Meine Ansichten zum Holocaust sind beim Umgang mit den meisten von ihnen kein Gesprächsthema. Warum auch? Beim Sport diskutiere ich üblicherweise keine Geschichte oder Politik. Man muss nicht alle zwischenmenschlichen Beziehungen mit allem belasten. Natürlich kennen einige meiner Freunde, ob nun Jude oder nicht, meine Ansichten und Aktivitäten. Diejenigen, die wissen, unterteilen sich in drei Gruppen: positiv unterstützend, distanziert wohlwollend, und distanziert ablehnend. Feindseligkeiten bezüglich meiner Ansichten und Aktivitäten gibt es nicht, sonst wäre es mit den Freundschaften aus.

S.: Wer genau hat von den „Vergasungsgeschichten“ profitiert, wenn überhaupt?

R.: Da müssten Sie Norman G. Finkelsteins Buch „Die Holocaust-Industrie“ lesen.

S.: In diesem Buch bestreitet Norman Finkelstein den „Holocaust“ aber nicht!

R: Man muss den Holocaust ja auch nicht bezweifeln, um dennoch feststellen zu können, dass jemand davon profitiert hat, politisch und finanziell. Das auszusprechen, ist einem nichtjüdischen Deutschen verboten (Volksverhetzung, bis zu 5 Jahre). Daneben profitiert davon natürlich die gesamte politische Linke, der die Gaskammern von Auschwitz als moralisches Todschlagargument gegen alles willkommen ist, was ihnen ideologisch nicht in den Kram passt, frei nach der Gleichung Rechts = Nazis = Gaskammer, oder ausformuliert: Rechts zu sein ist heutzutage gleichbedeutend damit, ein Nazi zu sein, und das ist ein Äquivalent mit dem Bösen, dem Teuflischen an sich, das in den Gaskammern seine abscheulichste Manifestierung fand. So jedenfalls die Denkweise der politischen Linken.

Und schließlich gibt es da die Globalisierer, die Internationalisten, die Einweltler, die die Gaskammern benutzen, um damit Grenzen einzureißen und ethnische, kulturelle, soziale Einheiten zu zerstören mittels der Gleichung Nationalismus = Nazi = Gaskammer.

Sein Werk

S: Welche Bezeichnung ist denn jetzt für den Revisionismus richtig? a) Holocaust-Revisionismus b) Historischer Revisionismus oder nur c) Revisionismus?

R: Das hängt davon ab, wovon die Rede ist. Wenn es nur darum geht, die Geschichtsschreibung zu Holocaust zu revidieren, dann ist dies Holocaust-Revisionismus. Der Begriff Revisionismus an sich meint ja nur den Ansatz, etwas zu revidieren. Dabei muss es noch nicht einmal um die Natur- oder Geisteswissenschaften gehen. Er kann sich auch auf Politisches oder Religiöses beziehen. Aber weil der Begriff Holocaust-Revisionismus so häufig gebraucht wird, beziehen die Leute sich oft darauf, wenn sie schlicht Revisionismus sagen.

S.: Herr Rudolf, Sie sind seit Jahren im Bereiche des Revisionismus sehr erfolgreich tätig, haben ein hervorragendes und unschlagbares Gutachten zu den vermeintlichen „Gaskammern“ in dem Konzentrationslager Auschwitz verfasst, zahlreiche Artikel und Bücher veröffentlicht und sind stolzer Besitzer einer riesigen revisionistischen Datenbank im Web. Sie haben des Öfteren beschrieben, was Sie dazu veranlasste, Ihr Gutachten zu verfassen. Ich entnehme dem, dass es der Verteidiger des Nazis Otto Ernst Remer war, der Sie bat, das Gutachten zu schreiben. Besteht die Möglichkeit, dass Otto Ernst Remer auf irgendeiner Art und Weise auf Sie eingewirkt hat?

R.: Zunächst einmal ist nichts unschlagbar und unwiderlegbar. Remer hat mit mir selbst nie Kontakt aufgenommen. Ich traf ihn nur während seines Gerichtsverfahrens, also in meiner Funktion als Gutachter, und später im Rahmen meines eigenen Strafverfahrens wegen meines Gutachtens, das von ihm kommentiert herausgegebenen worden war. Ich habe aber selbst da mit ihm nicht geredet, zumal er nach zwei Schlaganfällen ja auch praktisch paralysiert war. Ich wurde anfangs von einem Freund Remers und Verbindungsmann zu dessen Anwalt angesprochen. Es ging bei diesem ersten Treffen nur um technische und logistische Fragen der Möglichkeit, ein Gutachten zu erstellen. Ich war damals recht positiv aufgeregt angesichts der Möglichkeit, dass mir jemand solche Forschungen finanzieren würde. Das gab mir die Möglichkeit, meine Zweifel auszuräumen und für mich selbst Klarheit zu verschaffen, abgesehen davon, dass ich eine Chance sah, die vielen schmerzlichen Fehler im Leuchter-Gutachten auszubügeln. Erst nachdem ich mein Gutachten erstellt hatte, ich also quasi im innersten Zirkel der Revisionisten aufgenommen wurde, erfuhr ich mehr von den politischen Aktivitäten des Remer-Kreises. Das verursachte mir später ziemlichen Ärger, da dies als Zustimmung zu deren Publikationen gewertet wurde, was nur teilweise zutraf.

S.: Was hat Sie dazu veranlasst, sich dem Revisionismus anzuschließen?

R.: Nun, die Antwort darauf wäre, das sich der Revisionismus mir angeschlossen hat (lachend).

S.: Wie ist das denn abgelaufen?

R.: Nun, bereits vor der Fertigstellung des Gutachtens bemerkte ich, dass damit auch nicht alle Fragen zum Holocaust gelöst würden. Durch meine Tätigkeit kam ich in Kontakt mit anderen Wissenschaftlern, die an anderen Facetten des Problems arbeiteten. Das führte bereits im Herbst 1991, also etwa 1/3 Jahr vor der Fertigstellung der ersten Gerichtsfassung meines Gutachtens, zu einem Treffen in Würenlos (Schweiz), wo das Projekt „Grundlagen zur Zeitgeschichte definiert wurde. Ich wurde also binnen kürzester Zeit zur leitenden Person der weltweit agierenden wissenschaftlichen Revisionisten, nicht wegen meiner Kompetenz, sondern wegen meiner Vision, ein Sammelwerk auf die Beine zu stellen, das all meine offenen Fragen beantworten könnte, und wegen meiner Willenskraft und Organisationsgabe, diese Projekt gegen alle Widerstände auch durchzuziehen. Es war schon seltsam, damals im Alter von 26 Jahren mit all den revisionistischen Größen im Alter von 40, 50, 60 Jahren zusammenzuarbeiten, und zwar als der leitende Herausgeber. Aber wer den Mut und die Entscheidungskraft hat, dem gehört die Welt – im übertragenen Sinne. Kurz und gut: Ich sah Forschungs- und Handlungsbedarf weit über die Fragen meines Gutachtens hinaus und zögerte nicht, die Sache gleich anzupacken. Ich schloss mich also nicht dem Revisionismus an, sondern setzte mich gleich an seine Spitze, schlicht weil keiner sonst es machte. Einer musste es ja schließlich machen, warum also nicht ich. Das ist mein Eliteverständnis: wer mehr leisten kann, muss mehr leisten, wer mehr verdienen will, der muss zuerst mehr dienen. Auch wenn der Verdienst bisher überwiegend in Form von Verleumdung und Verfolgung ausgezahlt wurde, aber das ist ein anderes Thema. Mein Einsatz ist eine Form des Altruismus, trotz eigener Nachteile einer größeren Sache zu dienen, der Sache der Exaktheit, Gerechtigkeit, Ausgewogenheit und damit hoffentlich auch der Wahrheit.

S.: Ich hab mich mal im Web umgesehen und habe dabei die Seiten des Verfassungsschutzes, die Seite h-ref.de sowie Ihre Seiten angesehen. Dabei ist mir einiges aufgefallen, das ich nun ansprechen möchte.

Der jährliche Verfassungsschutzbericht für 2002 hat ein Kapitel „Rechtsextremistischer Revisionismus“, Kapitel 6, Seite 19-21. Man wirft Ihnen Unwissenschaftlichkeit vor:

„Ähnlich unseriös ging Rudolf bei seinen Untersuchungen vor: Er entnahm nach eigenen Angaben aus den Ruinen der Gaskammern und Sachentlausungsanlagen von Auschwitz Proben, allerdings ohne Erlaubnis und unkontrolliert.“

S.: Wenn Sie gefragt hätten: „Darf ich hier Gesteinsproben für mein Gutachten entnehmen?“, dann wäre garantiert folgende Gegenfrage gestellt worden: „Wofür brauchen Sie denn die Proben genau?“ Die ehrliche Antwort wäre folgende gewesen: „Ich wurde von einem Holocaust-Leugner gebeten, ein Gutachten zu erstellen, das Fred Leuchters Befunde verifizieren soll“. Dann hätte man Ihnen die Erlaubnis entzogen. Ich weiß, dass Pioniere manchmal nur dann Neues herausfinden können, indem sie es heimlich und manchmal gar jenseits der Legalität tun. Ich möchte gerne mal wissen, wie viele Wissenschaftler ihre Untersuchungen am Rande der Illegalität vollzogen haben.

R.: Richtig, und zusätzlich: Mir wurde auch vorgeworfen, ich hätte das Institut Fresenius nicht davon unterrichtet, woher die Proben stammen. Dabei ist es für einen Wissenschaftler nicht nur völlig in Ordnung, sondern manchmal sogar notwendig, die Herkunft von Proben vor der analysierende Person zu verbergen, wenn er sicher sein will, dass die Analysen objektiv durchgeführt werden. Ein Beispiel zur Erläuterung: Ich entnehme Abwasserproben von einem Chemieunternehmen, das ohne mein Wissen Hauptkunde des gleichen Labors ist, wo meine Proben untersucht werden. Man stelle sich vor, was passieren könnte, wenn ich dem Labor wahrheitsgemäß angebe, woher die Proben die Proben stammen. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Labor seine Ergebnisse „anpasst“, um seinen Hauptkunden bei guter Laune zu halten? Ich behaupte nicht, dass solch ein Betrug wahrscheinlich ist, aber um das Risiko auf Null zu reduzieren, muss ich die Herkunft der Proben verheimlichen. Wie wahrscheinlich ist es also, dass das Institut Fresenius in meinem Fall zu den gleichen Ergebnissen gekommen wäre, hätte es die Herkunft der Proben gekannt und womöglich gar den Zweck der Analysen? … wenn es den Auftrag überhaupt angenommen hätte…

Dass dies nicht an den Haaren herbeigezogen ist, kann man bei Prof. Roth sehen, der Fred. Leuchters Proben untersuchte. Ich schrieb dazu in meinem Gutachten, englische Fassung:

„It is also revealing that Prof. Roth mentioned during this interview, if he had known where Leuchter’s samples originated from, his analytical results would have been different.” („Es ist auch entlarvend, dass Prof. Roth während seines Interviews erwähnte, wenn er die Herkunft von Leuchters Proben gekannt hätte, wären seine Analysenergebnisse anders ausgefallen.“)

Das Interview ist wiedergegeben in: Errol Morris, „Mr. Death: The Rise and Fall of Fred A. Leuchter, Jr.“ VHS Video.

Fazit: Wenn eine Sache hoch kontrovers ist, MUSS man es als Wissenschaftler so anfassen, dass Behinderungen und Manipulationen durch Dritte möglichst ausgeschlossen werden.

Zur Frage der Unkontrolliertheit: Ich hatte drei Zeugen dabei, einer machte Fotos, ein anderer nahm alles auf Video auf. Leider war dies sein erstes Experiment mit Videoaufnahmen, und da er unbemerkt alle Szenen mit 1/1000 Blende filmte, waren die Szenen mit den Probeentnahmen alle völlig dunkel…

Der Verdacht hinter diesem Vorwurf ist ja, dass nicht zweifelsfrei bewiesen werden kann, woher meine Proben wirklich stammen und dass ich sie nicht manipuliert habe. Natürlich ist es im Prinzip unmöglich, alle möglichen Zweifel auszuschließen, da nur eine ununterbrochene Kameraaufzeichnung und öffentliche Fernsehen-Liveübertragung der gesamten Probengeschichte – von ihrer Entnahme über ihre Verpackung, Lagerung, ihren Transport, die Übergabe an das Labor, der Vorbereitung und schließlich die Analyse selbst bis zum Erhalt der Ergebnisse – sicherstellen könnte, dass niemand irgendetwas manipuliert hat, und selbst das wäre nicht 100%if wasserdicht. Aber um ehrlich zu sein: Wenn man die Verfolgungshysterie bedenkt, die sich gegen jeden richtet, der mit unerwünschten bzw. illegalen Resultaten aufwartet, ist die Wahrscheinlichkeit wohl weitaus höher, dass Proben und Resultate von der anderen Seite in dieser Kontroverse manipuliert werden.

In einem Fall ist es sogar offensichtlich, dass genau dies passiert ist, wie ich in meinem Gutachten ausgeführt habe: Als das polnische Auschwitz-Museum ein örtliches Analyseninstitut bat, ähnliche chemische Analysen durchzuführen, wie sie Leuchter und ich gemacht hatten, wählten diese polnischen Forscher zunächst eine unangemessene Analysenmethode, um sicherzustellen, dass die Ergebnisse den Wünschen ihrer Auftraggeber entsprechen – weil man ihnen sagte, wie sich aus ihrem eigenen Artikel ergibt, woher die Proben kamen und wofür die Ergebnisse benötigt wurden: um die „bösen“ Revisionisten zu widerlegen. Als jedoch die Ergebnisse der ersten Probenreihe für Beunruhigung sorgten – spricht: sie stützen revisionistische Befunde – verwarfen sie diese Ergebnisse und nahmen noch eine Serie. Mit anderen Worten: Sie begingen einen Großbetrug, denn es ist undenkbar, dass das Auschwitz-Museum ein Ergebnis akzeptiert hätte, das revisionistische Forschungen bestätigt. Denn wenn die Gaskammern futsch sind, ist auch das Auschwitz-Museum futsch, das dem polnischem Staat gehört, und dieser Staat wäre dann womöglich auch futsch, da 30% seines Staatsgebiets nach dem Krieg von Deutschland mit der Rechtfertigung geraubt wurde, dies sei eine Wiedergutmachung für „Auschwitz“ und andere erfundene oder übertriebene Gräuel. Wer hat hier also ein Motiv für einen Betrug?

Wenn daher jemand meint, die Wahrhaftigkeit wissenschaftlicher Forschung zu Auschwitz könne nur dadurch sichergestellt werden, dass „neutrale“ Beobachter des Auschwitz-Museums oder einer ähnlich versierten Organisation zugegen sind, so sollte der darüber nochmal gründlich nachdenken. Es ist doch offenkundig wesentlich wahrscheinlicher, dass diese die Ergebnisse fälschen, denn sie haben es in der Vergangenheit getan und rechtfertigen es bis zum heutigen Tag.

Nebenbei: Letztlich hat der Staatsschutz meine Proben beschlagnahmt. Warum wohl? Kriminell beweisen lässt sich mit den Proben nichts, und eine Tatwaffe sind sie auch nicht. Zudem: Die einzig denkbare Manipulation ist die Hinzufügung von Eisenblau oder der Austausch eisenblauhaltiger Proben durch solche ohne Eisenblau. Wem würde das aber nützen, wenn die so gefälschten Resultate jederzeit durch erneute Probennahmen aufgedeckt werden können? Was würde ich denn gewinnen, wenn ich meine Ergebnisse im revisionistischen Sinne türke? Ich hätte freilich jede Menge Vorteile gewinnen können, wenn ich die Ergebnisse so getürkt hätte, dass sie der anderen Seite gefallen, da kann man sicher sein. Ehre, Karriere, Geld, Ruhm, all diese Dinge werden jenen angeboten, die den bösen revisionistischen Drachen töten. Der Vorwurf geht daher gleich an die andere Seite zurück.

Diese Unterstellungen, ich hätte nichts unternommen, um einen Betrug auszuschließen, sind noch aus einem anderen Grunde müßig: Die Herkunft meiner Proben bzw. die Richtigkeit der Ergebnisse meiner Analysen wurde noch von niemandem in diesem Streit bestritten, noch nicht einmal von meinen ärgsten Gegnern. Streit gibt es nur bezüglich der richtigen Analysenmethode und der richtigen Interpretation der Ergebnisse.

S.: Zur Frage der Blaufärbungen in den „Gaskammern“ und Entlausungsanlagen liest man in der zuvor zitierten Verfassungsschutzbroschüre:

„Darüber hinaus arbeitete er mit einer nicht belegbaren zentralen Annahme, nämlich dass die Anwendung von Zyklon B zwingend eine Blaufärbung des Mauerwerkes nach sich ziehen müsse.“

R.: Diese Behauptung zeugt entweder, dass der Verfasser mein Gutachten nicht gelesen hat, oder aber dass er lügt. Nirgendwo gehe ich „zwingend“ davon aus. Leuchter hat diesen Fehler begangen, und mein Gutachten wurde ja gerade deshalb erstellt, um diesen Fehler auszugleichen, indem ich die Bedingungen untersuche, unter denen es zu solch einer Bildung kommt. Diese Behauptung ist daher von einer Infamie, die kaum zu überbieten ist.

S.: Können Sie das etwas genauer erläutern?

R.: Leuchters Argumentation war: Zyklon B-Anwendung führt (unbedingt) zur Bildung von dauerhaften Eisenblau-Rückständen, die die Wände blau färben. Da davon nichts in den angeblichen Gaskammern zu finden ist, beweist dies, dass dort kein Zyklon B wie von Zeugen behauptet angewendet wurde. Ich habe in meinem Gutachten viel Zeit und Papier auf die Frage verwandt: Unter welchen Umständen bilden sich dauerhafte Eisenblau-Rückstände in Wänden, die Blausäure ausgesetzt waren, und wann führt dies zu blauen Verfärbungen. Diese Fragen hat Leuchter nie gestellt, da er einfach davon ausging, dass dem so ist. Die Frage zu stellen und zu behandeln bedeutet ja, dass man sie nicht für offenkundig hält, dass man also nicht (schon gar nicht zwingend) davon ausgeht, dass sich dauerhafte Eisenblaurückstände in solchen Fällen bilden und es zu Blauverfärbungen kommt.

Außerdem habe ich in der Behandlung der Entlausungsanlagen von Auschwitz ausgeführt, dass selbst dann, wenn es zur Bildung großer Mengen dauerhafter Eisenblaurückstände in Wänden kam, dies durchaus nicht zwingend zu einer Blaufärbung führen muss. Blaugefärbt sind Wände nur, wenn sich die (später in Eisenblau umgewandelte) Zwischenprodukte Eisencyanide (Blutlaugensalze) an der Wandoberfläche wegen Mauerwerksfeuchtigkeit anreicherten.

Insofern ist mein ganzer Gutachtens-Aufwand ja gerade das Gegenteil von der Annahme, dass die „Anwendung von Zyklon B zwingend eine Blaufärbung des Mauerwerkes nach sich ziehen müsse“.

S: Die deutsche Regierung wirft Ihnen weiter vor:

„Eine genaue und systematische Untersuchung der Ursachen für das Vorhandensein bzw. Nicht-Vorhandensein von solchen Färbungen an bestimmten Stellen der Wände nahm Rudolf indessen nicht vor.“

R: Das ist nicht mehr als eine unbewiesene Behauptung. Im Rahmen meines Auftrages und meiner Möglichkeiten habe ich getan, was ich konnte, um diese Frage zu klären. Eine grundlegende systematische Untersuchung würde Wochen vor Ort in Anspruch nehmen und die gesamten betrachteten Gebäude einbeziehen, mit Bohrkernentnahmen an Hunderten von Stellen. Das wäre ein derart massiver Eingriff in das Beweismaterial (in den Krematorien sowie in den Entlausungskammern), dass dies wirklich nur mit Genehmigung des Museums gemacht werden könnte – im Rahmen einer internationalen unabhängigen Untersuchungskommission mit Vertretern aller Seiten. Das würde Millionen kosten. Solch ein Vorhaben kann ich unmöglich finanzieren, und selbstverständlich wird auch kein Beamter in Polen dem zustimmen.

S.: Kommen wir noch einmal zu den vermeintlichen Blaufärbungen, oder dem Mangel daran, in den Krematorien im Lager Auschwitz Birkenau zurück:

„Rudolf widerlegte sich im übrigen mit seinen Behauptungen und Veröffentlichungen selbst, behauptete er doch, in den Ruinen der Gaskammern in Auschwitz gebe es keine Blaufärbungen – für ihn ein Indiz für die Nutzung von Zyklon B – und druckte in einem Buch selbst ein Farbfoto mit einer Hellblaufärbung an den Wänden mit gegenteiliger Bildunterschrift ab.“

Wie können Sie sich das erklären?

R.: Das hier behandelte Bild wurde im April 1993 erstmals in dem von mir unter dem Pseudonym Ernst Gauss verfassten Buch „Vorlesungen über Zeitgeschichteveröffentlicht (Grabert, Tübingen, Abb. 3.2., S. 185), nachdem ich es zuvor als Fotoabzüge in verschiedenen fotokopierten Fassungen meines Gutachtens eingeklebt hatte. Als zweites erschien es dann im Juli 1993 auf S. 25 der von mir autorisierten Druckfassung meines Gutachtens („Das Rudolf Gutachten, Abb. 12, Cromwell, London). In keinem dieser Fassungen erscheinen die Wände des Leichenkellers bläulich. Erst in dem von mir gleichfalls unter dem Pseudonym Ernst Gauss im November 1994 veröffentlichten Sammelwerk Grundlagen zur Zeitgeschichte (Grabert, Tübingen) erscheint einen stark verkleinerte Fassung auf S. 257 mit einem starken Blaustich. Wenn Sie das Buch aufmerksam gelesen haben, so wird Ihnen aufgefallen sein, dass alle Sonderzeichen in diesem Buch korrumpiert wurden. Beide Druckfehler haben den gleichen Grund, wie mir der Verleger Wigbert Grabert mitteilte: Dies war das erste Buch, dass Grabert vollelektronisch herstellen ließ, also das direkt von Diskette auf Papier ging ohne irgendwelche Druckfahnen. Da im Dezember 1994 das neue „Holocaust-Schutzgesetz“ in Kraft trat, das eine Veröffentlichung eines solchen Buches verbot, sah Herr Grabert zu, dass das Buch so schnell wie möglich gedruckt wurde. Es kam am 22. November 1994 vom Drucker zurück, und zwar ohne dass zuvor noch einmal wie sonst üblich geprüft worden war, ob die Datenübertragung von Diskette auf Druckmaschine auch geklappt hatte, und auch ohne die Farbechtheit der wenigen Farbbilder zu überprüfen. Daher die Panne. Alle vier Farbbilder auf der hier angesprochenen Seite sind ja viel zu farbintensiv und blaustichig.

Abgesehen davon ist damit zu rechnen, dass Fotos, die in dunklen Kellerräumen mittels Blitzlicht aufgenommen werden, leicht blaustichig sind, denn die Blitzlichter von Kameras geben weißlich-blaues Blitzlicht mit einer Farbtemperatur ab, die weit über dem Tageslicht liegt (10.000°C des Blitzlichts gegenüber 5.500°C des Sonnenlichts). Sie können dies selbst überprüfen: nehmen Sie eine Kamera und fotografieren Sie sich bei Tageslicht in einem Spiegel selbst und vergleichen sie das Bild mit einem bei Dunkelheit und mit Blitzlicht aufgenommenem Bild. Aber die extreme Blaufärbung dieses Bildes in den Grundlagen im Vergleich zum gleichen Bild in den anderen Veröffentlichungen basiert letztlich auf einem Druckerfehler, weil der Drucker sozusagen zu viel blaue Tinte verwendete.

Ganz abgesehen davon zeugt dieses „Argument“ meiner Gegner von geistiger Armut, denn der optische Eindruck einer Wand ist ja überhaupt keiner Grundlage, aufgrund derer ich in meinem Gutachten zu meinen Schlussfolgerungen gekommen bin. Ob die Wand nun blau, rosa, lila-grün-gestreift oder milka-farben ist, spielt ja gar keine Rolle. Was entscheidend ist, sind die chemischen Analysenergebnisse sowie die diversen von mir angestellten technischen und architektonischen Betrachtungen und Untersuchungen.

S: Gut, nur auf was bezieht sich denn das Folgende von deren Behauptung:

[…] behauptete er doch, in den Ruinen der Gaskammern in Auschwitz gebe es keine Blaufärbungen – für ihn ein Indiz für die Nutzung von Zyklon B.“

R: Da müssen die sich verschrieben haben. Das sollte wohl heißen „Indiz für die Nicht-Nutzung von Zyklon B“.

S: Kommen wir nun zum Themenkomplex „Pseudonyme“ die ja relativ umfassend und weit reichend ist für die gesamte Thematik. Die Seite „Informationsdienst gegen Rechtsextremismus“ behauptet, Sie hätten eine lange Liste von Pseudonymen benutzt, um seriöser und wissenschaftlicher zu erscheinen, indem Sie vermeintlich mehrere Namen mit Doktortitel als Pseudonym verwendet hätten.

R: Ich hatte das Manuskript meines Buches Vorlesungen zur Zeitgeschichte unter dem Eindruck verfasst, dass es etwa zu der Zeit veröffentlicht würde, zu der ich meine Doktorarbeit in Chemie fertigstellen würde, weshalb ich den Titel darin bereits verwendete. Der Verleger des Buches diskutierte dies mit mir, und da ich drauf und dran war, den Doktortitel zu erhalten, ließen wir es dabei. Dass die Universität mir dann die Zulassung zum Rigorosum verweigerte, war das Ergebnis der sich aus meinem Gutachten ergebenden Verfolgung. Ich danke daher, dass es hier kein moralisches Problem gibt, jedenfalls nicht für mich.

Die Sache ist ein wenig anders mit der Broschüre „Die Zeit lügt!“ Ich darf zur Erläuterung etwas ausholen (siehe auch die Erläuterung in meinem Gutachten). Im Frühling und Sommer 1992 wurde ich von verschiedenen Rechtsanwälten als sachverständiger Experte zu diversen Strafverfahren geladen, bei denen verschiedene Revisionisten in Deutschland wegen ihrer Ansichten vor Gericht standen (Udo Walendy, Landgericht Bielefeld, Februar 1992; Gerd Honsik, Oberlandesgericht München, März 1992; David Irving, Amtsgericht München, Mai 1992; Detscher, Amtsgericht München, Juli 1992; Max Wahl, Landgericht München, Juli 1992). In diesen Verfahren – wie in allen ähnlichen Verfahren gegen Revisionisten – lehnen die Strafrichter grundsätzlich alle Beweisanträge der Verteidigung ab, die zum Inhalt haben, Teilaspekte der etablierten Holocaustgeschichte zu hinterfragen – inzwischen ist es Strafverteidigern unter Strafandrohung sogar verboten, solche Beweisanträge zu stellen! Diese Beweisunterdrückung schließt geladene Sachverständige mit ein, die bereits im Gerichtssaal anwesend sind, obwohl dies eine offener Gesetzesbruch ist. In einem Fall (gegen Arthur Vogt in Nürnberg) erlebte ich mit, wie ein Chemiker (ich) mit der Begründung als Sachverständiger abgelehnt wurde, weil er weder Toxikologe noch Historiker sei, ein Techniker (Leuchter) wurde abgelehnt, weil er weder ein Chemiker noch ein Historiker sei, und ein Historiker (Prof. Haverbeck) wurde abgelehnt, weil er weder ein Ingenieur noch ein Chemiker sei. Meine Schlussfolgerung war daher, dass man offenbar zugleich ein Ingenieur, ein Chemiker, ein Toxikologe, ein Historiker und womöglich gar noch ein Jurist sein muss, um von einem deutschen Strafgericht als Sachverständiger akzeptiert zu werden. Die juristischen Rahmenbedingungen in diesen Strafsachen sind in Deutschland dermaßen pervers, dass ich mich entschied, diesen Umstand lächerlich zu machen, indem ich eine Person erfinde, die all diese Sachverständigen in einer Person darstellt. Diese Person würde dann als Autor der Broschüre „Die Zeit lügt!“ fungieren, die ich damals im September 1992 gerade verfasste. Da es aber wohl etwas unrealistisch ist, vier oder gar fünf akademische Titel in völlig unterschiedlichen Fächern einer Person zuzuschreiben, habe ich vier Personen erfunden, die gemeinsam als Autoren auftreten. Das ist der Hintergrund. Ich würde das als Jugendsünde bezeichnen. Die Motivation war nicht, Kompetenz vorzugaukeln, wo keine ist, sondern diese deutschen Schauprozesse lächerlich zu machen.

S.: Lassen Sie mich nun die von IDGR aufgeführten Pseudonyme aufzählen:

„Ernst Gauss, Manfred Köhler, Dr. Werner Kretschmer, Dr. Christian Konrad, Dr. Dr. Rainer Scholz, Jakob Sprenger, Wilhelm Schlesinger, Tuisco, Dr. Manfred Gerner, Dr. Lennard Rose. Gemeinsam mit Karl Philipp: Heiko Schwind, Gerhard Körner“.

S.: Daraufhin schrieben Sie in einen Brief an „IDGR“ wie folgt:

[Liste der Pseudonyme] ist falsch. Ich habe niemals mit Karl Philipp irgendwelche Pseudonyme gemeinsam verwendet. Ich habe niemals die Pseudonyme ‚Wilhelm Schlesinger [der Mann heißt übrigens Schlesiger!], Tuisco, Dr. Manfred Gerner, Heiko Schwind, Gerhard Körner’ verwendet. Das sind Pseudonyme dritter Personen. Für das Pseudonym Lennard Rose habe ich niemals einen ‚Dr.’ Titel verwendet.“

S.: Stehen Sie immer noch zu Ihrer Erwiderung?

R: Freilich. Die Liste enthält Namen, die ich nie benutzt habe, und es fehlen Namen, die ich benutzt habe, wie etwa Anton Mägerle, Rudolph Markert, Wolfgang Pfitzner, Ronald Reeves, Angela oder Andrea Schneider, Gerd Steiger, Rudi Zornig. Für eine Liste der von mir benutzten Pseudonyme siehe meine Bibliographie. Heute kann ich es ja frei heraus sagen, da es verjährt ist: Wilhelm Schlesiger war ein Pseudonym von Karl Philip. Er hat mit mir Ende 1993 das Interview aufgenommen, das dann in der Broschüre „Der Fall Rudolf“ veröffentlicht wurde. Manfred Gerner ist das Pseudonym eines deutschen Ingenieurs, dessen Namen ich nicht nenne, da er in Deutschland lebt und womöglich Besuch von der Polizei bekäme, wenn ich ihn enttarnte [Anmerkung 2016: Dipl.-Ing. Willy Wallwey, verstorben im Jahr 2014]. Heiko Schwind und Gerhard Körner sind Namen von Autoren, die meines Wissens Beiträge im Deutschland Report bzw. der Nachfolgepublikation National Journal veröffentlichten. Von mir sind diese Namen nie verwendet worden, und ist mir ein Rätsel, wie das IDGR zu seiner unbewiesenen Behauptung kommt. „Tuisco“ schließlich ist gar kein Pseudonym, sondern das war die Überschrift einer Kolumne in einigen Ausgaben der Remer-Depesche, der Vorgänger-Publikation von Deutschland Report und National Journal.

S: Sie haben vorhin erwähnt, dass Sie den Beitrag „Der mittelalterliche Hexenprozess und seine Parallelen in unserer Zeit“ unter Pseudonym geschrieben haben, um sich vor Verfolgung zu schützen. Haben Sie die Pseudonyme nur verwendet, um sich vor Verfolgung zu schützen, oder gab es auch noch einen anderen Hintergrund?

R.: Der Schutz vor Verfolgung war immer der Hauptgrund. Die Polizisten, die revisionistische „Gedankenverbrechen“ untersuchen, sind nicht dumm. Sie können einen Autor an bestimmten Mustern erkennen wie Stil, Fehler, Ausdrücke, Vokabular, usw. Wenn man sich unterhalb deren Radars bewegen will, ist es ratsam, Namen, Geschlecht und auch den Stil widerholt zu ändern, was am schwierigsten ist.

Ein anderer Grund ist, dass ich mich bis vor kurzem kleiner machen wollte, als ich war, denn wenn alles, was ich schrieb, auch meinen Namen erschienen wäre, dann hätte alle Welt gleich gewusst, wie umfangreich meine schriftstellerische Tätigkeit ist, und das hätte die Verfolgungsmaßnahmen wohl noch gesteigert. Ich habe ehrlich gesagt selbst den Überblick verloren, welche Pseudonyme ich wann wo verwandt habe. Als ich bei meinem Asylantrag in den USA nach Pseudonymen gefragt wurde, die ich jemals verwendet hatte, ging mir der Platz auf dem Formular aus, und ich musste einen Extrabogen verwenden. So ist das, wenn man schriftstellerisch äußerst rege ist und Dinge schreibt, wegen denen einem die deutschen Behörden das Leben schwer machen. Die meisten der hier aufgeführten Pseudonyme habe ich nur während meines Aufenthalts in Deutschland und England verwendet. Als ich mich in den USA zunehmend sicher fühlte, habe ich die Verwendung von Pseudonymen mehr und mehr eingeschränkt. Inzwischen schneide ich mir damit ja ins eigene Fleisch, denn wenn der Öffentlichkeit der ganze Umfang meiner schriftstellerischen Tätigkeit bekannt ist, steigt ja auch die Unterstützung durch Gönner an – wohingegen die negativen Folgen im sicheren Hafen der USA im Rahmen des Erträglichen bleiben. Zudem kann es sowieso nicht mehr schlimmer werden mit dem, was die deutschen Behörden mit mir anstellen wollen, sollten sie meiner je Herr werden.

Generell muss ich sagen, dass nicht derjenige unmoralisch handelt, der für seine friedlichen Schriften Pseudonyme benutzen muss, um sich vor Verfolgung zu schützen, sondern derjenige, der Autoren friedlicher Schriften verfolgt und sie somit in den Untergrund des Pseudonyms treibt. Das ganze Theater um meine Pseudonyme ist daher eine ungeheure Heuchelei jener, die mich für meine dissidenten Ansichten unbedingt ins Gefängnis werfen wollen. Wenn ich seit jeher meinen wirklichen Namen verwendet hätte, wäre ich niemals in der Lage gewesen, dass zu bewerkstelligen, was ich in den letzten 12 Jahren gleistet habe.

S.: Die deutsche Webseite Holocaust-Referenz greift Sie wegen einer Aussage an bezüglich der Opferzahl des Luftangriffs auf Dresden im Februar 1945. Die behaupten, Sie hätten die Opferzahl um das Zehnfache übertrieben, wohingegen David Irving, den Sie auch zitieren, vor nicht allzu langer Zeit behauptet habe, dass nicht mehr als 25.000 Deutsche bei diesem Luftangriff umkamen.

R.: Mir ist die seit der Wiedervereinigung Deutschlands zu beobachtende Tendenz durchaus bekannt, die Opferzahl dieses Luftangriffs zu minimieren. Es gibt ein deutsches Dokument (ich glaube von März 1945 von der örtlichen Polizei), das von 202,000 identifizierten Opfern spricht und davon ausgeht, dass es am Ende bis zu 250,000 sein werden. Die andere Seite behauptet, dies sei eine Nazi-Fälschung mit dem Ziel, den durch die alliierten Flächenbombardements verursachten Schrecken zu übertreiben. Das mag sein, obwohl ich nicht glaube, dass es im März/April 1945 noch soviel Organisation im Dritten Reich gab, um irgendeine Lüge zu planen und in die Welt zu setzen. Die hatten damals wahrlich andere Sorgen. Ich habe 1996 mit Irving über diese Frage ausgiebig diskutiert. Er sagte mir, dass er in den 1960er Jahren die Dresdner Archive mit den Unterlagen über die Rettungsarbeiten und die identifizierten Opfer gesehen hat, worauf seine damalige Arbeit fußte. Leider musste er zugeben, den Fehler gemacht zu haben, diese Dokumente nicht kopiert zu haben, denn als er einige Jahre nach der Wiedervereinigung wieder nach Dresden kam, waren diese Akten spurlos verschwunden. Er nimmt an, dass man aus Rücksicht auf die Amerikaner und Briten sowie zur Vermeidung des „Missbrauchs“ dieser Unterlagen durch „Rechte“ wie Irving dafür gesorgt hat, dass sie verschwinden. Vielleicht hat Irving seine Auffassung inzwischen geändert, was nicht neu wäre, da er häufig seine Meinung ändert, und leider nicht immer basiert auf Tatsachen.

Das in meinem Buch Vorlesungen dargelegte Argument ist ja, dass ich es für schlicht unwahrscheinlich halte, dass die auf Dresden abgeworfene Bombenlast merklich weniger Opfer gekostet haben soll als der Ghomorrah-Angriff auf Hamburg (etwa 40.000 Opfer). Die pro Kopf auf Dresden abgeworfene Bombenlast war viel höher als die von Hamburg, und wegen Dresdens enger und hölzerner Bauweise und aufgrund der Überfüllung der Stadt mit Flüchtlingen hatte sie auch katastrophalere Folgen als der Angriff auf zwei Jahre zuvor. Ich glaube daher schlicht nicht an die Genauigkeit dieser niedrigen Opferzahlen.

S.: Auf der Webseite der „Holocaust-Referenz“ werden Sie wie folgt zitiert:

„Das Gutachten kommt unwiderlegbar zu dem Schluß, dass die behaupteten Menschentötungs-Gaskammern von Auschwitz niemals mit Zyklon-B in Berührung gekommen sind.“

S.: Als ich diese Passage zum ersten Mal las, habe ich sofort zur ersten Ausgabe Ihres Gutachten gegriffen, konnte diese Passage allerdings nicht finden.

R.: Das habe ich nie gesagt oder geschrieben. Das stammt von einem Werbezettel, den Remer und seine Freunde verbreiteten. Es wird häufig behauptet, dies stamme von mir oder ich würde einer solchen Aussage zustimmen, aber das stimmt nicht. Ich habe mich stets gegen solche pauschalen Aussagen gewehrt. Außerdem ist die Aussage unsinnig. Zyklon B war ein Handelsprodukt; ob dieses Produkt mit Wänden in Berührung kam, ist ja überhaupt nicht die Fragestellung. Es geht um Blausäure, dem aktiven Bestandteil dieses Produkts, nicht um Zyklon B als solchem, das hauptsächlich aus Gips besteht. So einen Unsinn würde ich nie sagen.

S.: Herr Langowski von www.h-ref.de schreibt das Folgende über Ihr Gutachten:

„Wer sich für die fachbezogenen Details der Kritik am Rudolf-Report interessiert, mag die unten aufgeführten Beiträge (alle in englischer Sprache) nachlesen. Da Germar Rudolf sich in seiner letzten Erwiderung kaum noch zu technischen Fragen geäußert hat, stehen die wissenschaftlichen Kritikpunkte von Green/McCarthy weitgehend unwidersprochen im Raum.“

R.: Das ist wirklich komisch. In meinen letzten zwei Erwiderungen (http://www.vho.org/GB/c/GR/Evasions.html, http://www.vho.org/GB/c/GR/CharacterAssassins.html, die erster Erwiderung ist zu finden unter http://www.vho.org/GB/c/GR/Green.html) zeige ich auf, dass McCarthy und Green in Ihrer ‚Kritik‘ fast die Hälfte damit vergeuden, mich persönlich anzugreifen. Sie selbst bringen in der Sache kaum Neues, was ich dargelegt habe. Wie soll ich neue sachliche Argumente gegen Texte aufbringen, die überwiegende polemisch und widerkäuend sind? Meine Texte gegen Green gibt es so nur auf Englisch. Übrigens finde ich das, was ich zusammenfassend in der Neuausgabe von Dissecting dazu geschrieben habe, noch am besten (http://www.vho.org/GB/Books/dth/fndgcger.html):

„Eine weitere merkwürdige Erwiderung auf mein Gutachten erfolgte von dem Amerikaner Dr. Richard Green, der einen Bildungshintergrund besitzt, welcher meinem sehr ähnlich ist. Der Laie würde nun zu Recht vermuten, dass zwei Experten mit solch ähnlichen Voraussetzungen zu ähnlichen Schlussfolgerungen kommen, was Themen betrifft, die ihrer Fachkenntnis entsprechen. Das ist aber hier nur teilweise der Fall. Der Grund dafür ist, dass Dr. Green viele Tatsachen ignoriert, die entweder durch Dokumente belegt sind – wie die Leistung der in den Krematorien II und III eingebauten Lüftungsanlage oder die Geschwindigkeit von Hinrichtungen in US-Hinrichtungsgaskammer – oder aber durch Fachliteratur – wie die größere Tendenz kalter, feuchter Mauern zur Aufnahme von Blausäure sowie die länger anhaltende Basizität von Zementmörtel im Vergleich zu Kalkmörtel.

Dr. Green macht jedoch einige bemerkenswerte Zugeständnisse:

Er stimmt zu, dass praktisch alle Zeugen sehr kurze Hinrichtungszeiten bekunden, was auf eine recht hohe Blausäurekonzentration hinweist.

Er stimmt zudem zu, “dass Rudolf bezüglich der Bildung der Blaufärbung in den Entlausungskammern richtig liegt oder fast richtig liegt.”

Was er jedoch bestreitet, ist die Möglichkeit zur Bildung irgendwelcher merklichen Mengen an Eisenblau in Menschengaskammern. Eines seiner verfehlten und unzureichenden Argumente zu Abstützung seiner These ist, dass sich in den Mauern der Leichenkeller (‚Gaskammern‘) seiner Ansicht nach keine merklichen Mengen an Cyaniden hätten anreichern können. Laut Dr. Green soll eines der wichtigsten Faktoren dafür der Umstand sein, dass Mauern einen neutralen pH-Wert haben, der die Bildung von Cyanidsalzen behindert. Doch wenn das wahr wäre, wie kommt es, dass sich riesige Mengen an Cyaniden in den Mauern der Entwesungskammern anreicherten?

Mein diesbezügliches Argument ist, dass insbesondere Zementmörtel und Betone, wie sie in den Leichenkellern 1 der Krematorien II und III verwendet wurden, viele Wochen, Monate oder gar Jahre lang merklich alkalisch sind, was ich mittels Fachliteratur über die Chemie von Baustoffen dokumentiert habe. Ich schlussfolgerte daher, dass diese Mauern sehr stark dazu tendiert hätten, Cyanidsalze anzureichern und Eisenblau zu bilden, mehr sogar noch als der Kalkmörtel der Entwesungskammern, das due folgende Antwort Dr. Greens heraufbeschwor:

“Das IFRC [Institut für Forensische Forschung, Krakau, = Jan-Sehn-Institut] ermittelte [1993] andererseits einen pH [von Mörtelproben aus den angeblichen Menschengaskammern] zwischen 6 und 7 [d.h. neutral].”

Dr. Green hat offensichtlich keine Literatur über Baustoffe konsultiert, denn er zitiert keine. Er verlässt sich einzig auf die Befunde des Krakauer Instituts. Um die Unhaltbarkeit von Dr. Greens Argumentation deutlich zu machen, erlaube man mir die folgende Metapher:

Mit Bezug auf Kochbücher einiger italienischer Pizza-Experten zeige ich, dass eine Pizza, die fertig gebacken aus dem heißen Ofen genommen wird, heiß ist und noch für eine Weile heiß bzw. warm bleibt (eine Stunde). Nun kommt Dr. Green daher und behauptet, ich sei im Unrecht, weil ein polnischer Freund von ihm die Temperatur einer Pizza gemessen hat, die vor einer Woche gebacken wurde und die seither irgendwo herumlag. Und die polnischen Forscher haben gemessen, dass die Pizza tatsächlich kalt ist. Überraschung! Was beweist der pH-Wert von Proben, die 50 Jahre nach Errichtung dieser Gebäude genommen wurden, über ihren pH-Wert kurz nach ihrer Errichtung? Dr. Greens Argumentationsweise ist im höchsten Maße kindisch.“

und

„Es ist auch bezeichnend, dass diese polnischen Autoren in Dr. Green einen eifrigen Verteidiger haben. Obwohl Dr. Green mit mir übereinstimmt, dass das in den Entwesungskammern gefundene Eisenblau das Ergebnis von Begasungen mit Blausäure ist, weigert er sich anzuerkennen, dass der Ansatz des Krakauer Teams, Eisenblau von der Analyse auszunehmen, betrügerisch war. Es kommt dabei gar nicht darauf an, zu welchen Ergebnissen die polnischen Wissenschaftler kamen und was ihre wissenschaftlichen Ansichten waren: Ihr Verhalten ist extrem unwissenschaftlich, zumal die wichtigste Aufgabe eines Wissenschaftlers ist, zu versuchen, das zu verstehen, was bisher nicht verstanden wurde, und die Versuche anderer Wissenschaftler zu diskutieren, um das Unverstandene zu erklären. Die polnischen Wissenschaftler machten aber genau das Gegenteil: Sie ignorierten und schlossen von ihrer Untersuchung aus, was sie nicht verstanden.

Und das Erstaunliche ist, dass Dr. Green – und mit ihm all jene, die sich auf ihn beziehen – das Verhalten von Prof. Markiewicz in dieser Hinsicht nicht nur verteidigt, sondern mich angreift, weil ich es gewagt habe, die polnischen Wissenschaftler zu kritisieren, während er seinen Lesern zugleich sämtliche Gründe für meine Kritik verschweigt. Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, verteidigt Dr. Green sogar die Tatsache, dass Prof. Markiewicz sich niemals zu der an ihm geübten Kritik äußerte, obwohl das Erwidern auf grundlegende Kritiken in der Wissenschaft von zentraler Bedeutung ist. Dr. Green meint:

“Rudolf beschwert sich, dass Markiewicz et al. seine Anfragen nicht beantworteten. Warum sollten sie? Welche Glaubwürdigkeit hat Rudolf überhaupt, die es erfordern würde, dass sie auf jeden seiner Ein-wände eingingen, wie unbegründet diese auch immer sein mögen?”

Da Dr. Green aber mit mir übereinstimmt, dass das Eisenblau, welches man in den Entlausungskammern nachweisen kann, tatsächlich das Ergebnis von Begasungen mit Zyklon B ist, hat er indirekt zugegeben, dass meine Einwände gegen die von Markiewicz verwandte Analysenmethode wohlbegründet sind, d.h. das genaue Gegenteil von “unbegründet”.

Und warum meint Dr. Green, ich entbehrte der Glaubwürdigkeit, die Voraussetzung sei, um sich meinen Argumenten zu stellen? Nicht, weil ich wissenschaftlich unqualifiziert sei. Nein, er meint, ich sei ihm wegen meiner Ansichten ein Gräuel und auch, weil ich das Ziel politischer und sozialer Verfolgung sei, die dazu geführt hat, dass zuerst mein gesellschaftliches Leben und mein Ruf und schließlich auch meine Freiheit zerstört wurden. Dr. Green geht sogar so weit, mich wegen nichts anderem als wegen meiner wohlbegründeten wissenschaftlichen Ansichten einen “Lügner”, “Verschleierer” und “Hasser” zu nennen.

Das Schema läuft wie folgt ab: Zuerst lassen Leute wie Dr. Green nichts unversucht, um durch Beschimpfungen und gesellschaftliche wie strafrechtliche Verfolgungen meinen Ruf zu zerstören, und nachdem sie damit Erfolg hatten, behaupten sie, es gebe keinen Anlass mehr, mit mir zu diskutieren, da ich ja Ruf und Glaubwürdigkeit verloren hätte. Auf diese Weise können sie dann jedes Argument ignorieren, das ihre falschen Thesen widerlegt. Und dann haben sie noch die Frechheit, sich selbst rechtschaffene Wissenschaftler und mich einen Lügner und Verschleierer der Wahrheit zu nennen.

Dr. Green verteidigt die Betrüger vom Krakauer Institut bedingungs-los, aber sie alle können sich das nur erlauben, weil beide in den Augen der veröffentlichten Meinung die wissenschaftlich zwar falschen, politisch aber “korrekten” Ansichten über Auschwitz haben. Die eine Krähe hackt der anderen eben kein Auge aus.

Das gleiche Verhalten, das die polnischen Forscher, Dr. Green und Prof. Pelt an den Tag legen, war auch Cremonini zu eigen, dem Heiligen Inquisitor des Papstes, der sich weigert, durchs Fernrohr zu blicken, um zu sehen, wie sich die Monde des Jupiters um Jupiter herum drehen, weil er nicht verstehen konnte – oder wollte –, was Galileo sagte – da er die Auswirkungen auf sein Weltbild nicht mochte, sprich: wenn sich Monde um Jupiter drehen, dann mag sich auch die Erde um die Sonne drehen. Markiewicz, Dr. Green und van Pelt tun dasselbe: Sie weigern sich, ein ‚Fernrohr‘ zu verwenden, dass es ihnen ermöglicht zu sehen, wie sich das Eisenblau ‚um die Entlausungskammern dreht‘, weil sie die Auswirkung auf ihr Weltbild nicht mögen: wenn sich das Eisenblau ‚um die Entlausungskammern dreht‘, dann kann man erwarten, dass sich das Eisenblau auch ‚um die Menschengaskammern dreht‘. Und das gefällt ihnen überhaupt nicht, weil der Mangel an Eisenblau dem Zweifel an der Realität der behaupteten Menschengaskammern Tür und Tor öffnet.“

S.: Green, McCarthy und Langowski werfen Ihnen vor, Sie hätten Ihre eigenen Befund inzwischen relativiert, indem Sie zugegeben hätten, die Chemie könne in der Gaskammerfrage zu keinen absolut sicheren Erkenntnissen kommen.

R: Im Kern blamieren sich Green, McCarthy und Langowski bis auf die Knochen. Hätten sie auch nur ein wenig Ahnung von Erkenntnistheorie so wüssten sie, dass es nirgendwo „absolute Gewissheit“ gibt. Sie wüssten dann auch, dass der Begriff „exakte Wissenschaft“, zu der die Chemie gehört, bestimmt nicht bedeutet, dass alle ihre Ergebnisse absolut und rigoros sind, was sie voraussetzen, um Schlussfolgerungen dieser Wissenschaft zu akzeptieren. Die Forderung nach absolute, rigorosen Ergebnissen in hochkomplexen Zusammenhängen beweist, dass diejenigen, die solches fordern, keine wissenschaftliche Einstellung zum Thema habe oder die Natur wissenschaftlicher Probleme nicht erkannt haben oder erkennen wollen. Sie fordern ein unwiderlegbares Dogma von mir, das alleine sie als Ersatz für ihr eigenes „unwiderlegbares“ Dogma akzeptieren könnten. Sowas gibt es aber eben gerade nicht in der Wissenschaft, und schon gar nicht bei hochkomplexen Fragestellungen. Das Ganze ähnelt mehr einem Kasperletheater al einem Austausch zwischen Wissenschaftlern, zu peinlich, um darauf lange herumzureiten. Aber es ist typisch für ideologisch verblendete Fanatiker.

S.: Was halten Sie eigentlich von den „Ermutigungsseiten“ von „i“dgr.de sowie h-„ref“.de?

R.: Ich habe anfangs versucht, mit der Dame von IDGR ins Gespräch zu kommen und Sie auf Fehler aufmerksam zu machen. Aber anstatt die zu korrigieren, hat sie meinen Brief nur dazu verwendet, um mich wieder durch den Kakao zu ziehen. Daher habe ich das ganze als Zeitvergeudung angesehen. Ich konzentriere mich lieber auf die Veröffentlichung wichtiger wissenschaftlicher Texte, als auf politisches Schmierentheater einzugehen. Die wollen doch nur meine Energie anderweitig binden. Beide beziehen sich in der Sache ja nur auf Green. Was von dem zu halten ist, habe ich ja ausführlich mehrfach dargestellt, vgl. oben.

Ich kann freilich verstehen, wenn sich meiner Bewertung nicht anschließen wollen. Aber wenn Sie sich nicht alle Details dieser Kontroverse anschauen wollen, wie wäre es mit einem einfachen Link-Check: Gehen Sie zu deren Webseiten und schauen Sie, ob die Links zu meinen Artikeln haben, damit die Leute herausfinden können, was ich wirklich geschrieben habe. Sie werden dort keine finden. Dies zeigt, was für eine Art von Wissenschaftler das ist. Das sind Betrüger, die sich hinter dem starken Rücken der deutschen Behörden verstecken, die versuchen, meine Webseiten zu zensieren.

S.: Warum sollten die Alliierten in Bezug auf den Holocaust lügen und an dieser Lüge bis heute festhalten?

Warum sollten die Sowjets zu Katyn gelogen haben? Warum sollten sie nach der Entdeckung von Katyn „Charkow“ und „Krasnodar“ inszenieren, sozusagen der Startschuss der Holocaust-Propaganda? Warum sollten die Engländer im Ersten Weltkrieg die Schwarze Propaganda einführen? Warum ist die Wahrheit im Krieg das erste Opfer? Warum sollte das im Krieg aller Kriege anders gewesen sein? Warum sollte die „Holocaust“-Geschichte die einzige Kriegsgeschichte sein, die von der Regel ausgenommen wird? Warum wird sie in vielen Ländern per Strafgesetzt davon ausgenommen? Ja, warum? Und warum sollte dieser größte aller jemals dagewesenen Propagandafeldzüge den Feind, die Deutschen, beeinflusst haben in dem, was er glaubt? Und warum sollten dadurch sogar die Freunde der Propagandisten darin beeinflusst worden sein, was sie glauben? Ja warum? Vielleicht weil genau das der Zweck dieser Propagandakampagne war? Wenn jemand von der Wahrheit einer Lüge überzeugt ist, so beweist dass nur, dass der Lügner erfolgreich war, nicht aber, dass der, der von der Wahrheit der Lüge überzeugt ist, selber lügt. Soviel zur Frage, „warum sie bis heute weiterhin lügen“. Sie lügen nicht. Sie glauben. Zumindest der überwiegende Teil von ihnen. Und zwar auf eine fanatische Art, wie es ihnen von der Hasspropaganda des Krieges eingebläut wurde.

Psychologische Kriegführung ist ein Thema für sich. Der Zweite Weltkrieg hat ja formell gesehen immer noch nicht aufgehört, sondern geht weiter. Noch immer hat Deutschland keinen Friedensvertrag; der Besatzerstatus der Alliierten wurde im 2+4 Vertrag verewigt, um die jüngste deutsche Wiedervereinigung zu ermöglichen, und die Feindstaatenklausel der UNO definieren Deutschland immer noch als außerhalb des Schutzes jeden Völkerrechts stehend, als Feindstaat der ganzen Welt, gegen den die alliierten Mächte jederzeit Krieg anfangen dürfen.

S: Aber warum sollten die ehemaligen Auschwitz-Häftlinge lügen? Ich habe mal eine Dokumentation im Fernsehen gesehen, in den ein Jude die Vergasungsvorgang sehr gut beschrieb.

R: Ob die Beschreibung eines angeblichen Vergasungsvorgangs Ihnen glaubhaft erscheint oder nicht, hängt hauptsächlich von Ihrer Neigung ab, dem Zeugen zu glauben. Wir müssen jede Zeugenaussauge einer tiefgreifenden Überprüfung unterziehen, um ihre Glaubhaftigkeit zu ergründen, und die Glaubwürdigkeit des Zeugen bedarf ebenso einer Untersuchung. Die Befragung geschichtlicher Zeugen ist eine schwierige Aufgabe und bedarf Jahre der Forschung über das Thema, zu dem Aussagen gemacht werden, denn man muss wissen, welche Fragen zu stellen sind und welche Antworte möglich bzw. unmöglich sind. Zudem muss man den Mut haben, die Glaubwürdigkeit eines Zeugen zu hinterfragen, falls Zweifel auftauchen. Nichts davon wird während solcher Befragungen je gemacht. Diesen Zeugen wird freie Hand gegeben, zu erzählen, was immer sie möchten. Niemand stellt ihnen je kritische Fragen.

Die Gründe für falsche Aussagen zum Holocaust können zum Beispiel sein: Hass, Vergeltung, politischer Übereifer, Odysseus-Syndrom, Anbiederung an die Sieger, psychischer, physischer, materieller Druck durch Behörden und „Häftlingsgruppen“. Daneben gesellt sich die Unwahrheit, ohne eine Lüge zu sein: Typhus-Wahn und vor allem: „Holocaust“-Survivor-Syndrom. Ich habe mich woanders dazu ausgelassen.

S: Der revisionistische Wissenschaftler Carlo Mattogno soll der einzige Revisionist sein, der das Wannsee-Protokoll für authentisch hält. Auch ich halte dieses Protokoll für authentisch, denn es unterstützt die These von der Auswanderung der Juden, wie sie von der NS-Regierung forciert worden ist. Warum halten Sie das Protokoll für gefälscht?

R: Carlo Mattogno mag der einziger revisionistische Wissenschaftler sein, der über das „Wannsee-Protokoll“ publiziert hat und es für authentisch hält. Das „Wannsee-Protokoll“ existiert in zwei Fassungen, eine davon (die formal „verbesserte“) ist notwendigerweise eine Fälschung, weil sie neu abgetippt wurde, was nur notwendig war, wenn die erste Fassung als vom Fälscher „nicht genügend“, also schlecht gefälscht eingestuft wurde. Wenn aber der Fälscher ein Dokument zu Händen hat, das er für echt hält, würde er es nicht wieder abtippen, um es zu „verbessern“. Also logisch gesehen kann als nachgewiesen gelten, dass beide Fassungen gefälscht sind – von Form- und Stilmängeln abgesehen, die diesen Schluss mit Indizien untermauern. Das muss nicht heißen, dass der Inhalt des Dokuments den Fakten widerspricht. Auch ein gefälschtes oder verfälschtes Dokument kann Fakten annähernd oder komplett richtig darstellen.

Ich bin mir sicher, dass es einst ein echtes Wannsee-Protokoll gab, jedoch müssen sich die Fälscher gedacht haben, dass es ihnen nicht ausreicht, so dass sie es womöglich ein wenig veränderten, indem sie ein paar Worte oder einen Satz hier oder da hinzufügten oder änderten, um es auf eine Art ambivalenter klingen zu lassen, dies es ihnen erlaubt, es auf ihre Weise auszulegen, ohne dabei jedoch den Verdacht derer zu erregen, die an der Wannsee-Konferenz teilgenommen hatten und sich daher an den wesentlichen Inhalt des Protokoll erinnern mochten.