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Nur über meine Leiche

Den folgenden Brief schrieb ich am 27. August 2006 in Beantwortung einer Frage, die mir Israel Shamir gestellt hatte. Ich hatte Shamirs Anfrage durch einen dritte Person erhalten, während ich im Gefängnis in Stuttgart-Stammheim saß für meine friedlichen geschichtlichen Ansichten. Falls mich die Erinnerung nicht trügt, hatte mich Shamir gefragt, warum ich so sehr an der Geschichte des Zweiten Weltkriegs interessiert sei und was mich dazu treibe, meine Ansichten zu verkünden trotz der dadurch ausgelösten staatlichen Verfolgung.

Es ist erstaunlich, dass dieser mein Brief, den Shamir erhielt und online veröffentlichte, überhaupt seinen Weg durch die deutsche Gefängniszenur fand. Normalerweise werden Briefe von politischen Gefangenen mit derlei hochbrisantem, politischen Inhalt durch die Gefängniszensoren beschlagnahmt, aber da er in Englisch verfasst war, und weil die deutschen Behörden notorisch unterbesetzt sind mit Leuten, die Fremdsprachen lesen können, scheint meine Fremdsprachenkorrespondenz (Englisch, Französisch, Spanisch) nie von irgend jemandem zensiert worden zu sein. Na, denn man tau:

Ich kann Herrn Shamirs Desinteresse am 2. Weltkrieg an sich nicht nur verstehen, ich teile es tatsächlich. Aus irgendeinem Grunde meinen die Leute, dass der 2. Weltkrieg ein Hauptbrennpunkt meines geistigen Interesses ist, weil sich mein Leben in Holocaust-Studien verfangen hat.

Die Wahrheit ist, dass mir die Geschichte jedeweder Kriege an sich schon immer egal war. Ich bin jedoch daran interessiert zu verstehen, wie und warum Kriege ausbrechen, die von allen Seiten zur Rechtfertigung benutzen Intrigen, Lügen und die Propaganda, und selbstverständlich wie diese Propaganda nacher von den Siegern beibehalten wird. Die Leute schicken mir dauernd Bücher über die Geschichte des 2. Weltkriegs hier ins Gefängnis, und nach der Lektüre von nur einem davon – eine Studie von Pattons Kampagnen, was zugleich das erste Buch war, das ich je über Schlachtengeschichte gelesen habe – habe ich entschieden, dass ich davon genug habe. Ich fasse die anderen mir zugesandten nicht an und sende die allgemeine Nachricht hinaus, damit aufzuhören. Ich muss zugeben, dass ich einen Freund habe, dessen gesamtes Leben sich um den 2. Weltkrieg dreht, da er ein Buchhändler ist mit dem ausschließlichen Brennpunkt auf den 2. Weltkrieg. Obwohl er Tausende von Titel zum Thema hat und ein ziemlicher Fachmann ist, sprechen wir nie über den 2. Weltkrieg, wenn wir uns treffen, und ich habe mir auch nie ein einziges Buch seiner Sammlung angeschaut oder erhalten, und erbeten habe ich auch nie eines.

Holocaust-Propaganda ist eine ideologische Angelegenheit, keine historische. Ich habe mich nie auf die tatsächlichen Aspekte der Verfolgung von Minderheiten während des 2. Weltkriegs konzentriert, ob nun Juden oder andere. Dies ist ein unangenehmes Thema. Es ist auch nicht nötig, das zu tun, weil es weltweit zahlreiche Wissenschaftler gibt, die aus nichts anderem als genau dem ein profitables Geschäft machen.

Nein, es ist Propaganda – Vorkriegs-, Kriegs- und Nachkriegs-Propaganda – an der ich interessiert bin, und wie man sie von der Wahrheit unterscheidet.

Ich könnte die Frage, wie ich ticke, recht kurz dadurch beantworten, dass ich auf meinen diesbezüglichen Artikel verweise, den ich 1995/96 schrieb und den ich als Anhang meinem [englischen] Gutachten hinzugefügt habe, das man online lesen kann (www.vho.org/GB/b/trr) im HTML-Format als auch als pdf (www.vho.org/dl/ENG/trr.pdf). [siehe hier den Beitrag „Wie wird man zum Revisionisten?„]

Aber lassen Sie mich versuchen, hier eine kondensierte Fassung darzulegen. Zunächst gibt es nicht bloß einen Beweggrund, der mich dazu brachte, das zu tun, was ich während der letzten 16 Jahre getan habe. Vieles davon ist persönliche Geschichte mit all seinen Unwägbarkeiten und Zufällen, und ein weiterer großer Faktor ist meine Persönlichkeit, meine genetische Aufmachung, wenn man so will.

Seit meinem Kleinkindalter hatte ich den Ruf, Erwachsene mit meinen unaufhörlichen Fragen verrückt zu machen, angetrieben von meiner unersättlichen Neugier. Man füge dem einen sehr überentwickelten Gerechtigkeitssinn hinzu, überzogen, wie meine Mutter meint, obwohl ich das bestreiten möchte. Während meiner ganzen Kindheit hat mich mein Vater mehr oder weniger geschlagen, und meine Mutter, in einem Versuch, mich davon abzubringen, ihn zu hassen, fand Entschuldigungnen im Hintergrund meines Vaters, hauptsächlich dessen Vaters schlechter Behandlung seiner Kinder sowie der Umstand, dass seine Familie nach dem Zweiten Weltkrieg aus Schlesien vertrieben worden war, wodurch sie in Armut gestürzt wurden. Mit anderen Worten benutzte meine Mutter die Polen als Blitzableiter für mein Leiden und das sich daraus ergebende Gefühl der Ungerechtigkeit.

Hier war es, im Alter von 18(!) Jahren, wo mein neu erwachtes Interessen an Geschichte begann: Die Vertreibung von 12 Millionen Deutschen aus Ostdeutschland und Osteuropa. Im Alter von 18 bis 23 war ich ein sehr patriotischer Deutscher, noch im Mainstream – dachte ich – aber am rechten Rand. Das fing später an nachzulassen, einerseits wegen Stress im Studium, aber auch, weil es langweilig wurde.

Das Thema Holocaust habe ich in jenen Jahren nie berührt. Die üblichen Behauptungen darüber erschienen mir unanzweifelbar, unbestreitbar, in Stein gemeißelte Wahrheit, offenkundig.

Das änderte sich 1989 durch reinen Zufall, als mir ein Buch von Paul Rassinier gegeben wurde, einem vormaligen Kommunisten, Partisanenkämpfer gegen die deutsche Besatzung in Frankreich während des 2. Weltkriegs, und schließlich Häftling in den Konzentrationslagern Buchenwald und Dora. Ich hätte wohl niemals einem Deutschen erlaubt, in mir Zweifel zu wecken an der herrschenden Ansicht zum Holocaust, denn ich hätte ihn verdächtigt, voreingenommen zu sein und ein Eigeninteresse zu verfolgen, aber ein Kommunist, Partisanenkämpfer, ehemaliger Häftling? Er öffnete mir die Augen und erlaubte Zweifel.

Nicht mehr, bloß Zweifel. Aber das genügte, um eine Kettenreaktion auszulösen, da ich in meiner deutschen Gesellschaft offenbar dazu erzogen worden war, mich schuldig zu fühlen, wenn ich die Wahrheit in dieser Hinsicht anzweifle. Ich fühlte mich tatsächlich schuldig für mein Zweifeln, und das machte mich ärgerlich, weil dies allem widersprach, das ich gelernt hatte: hinterfrage die Obrigkeit, nimm keine Paradigmen als gegeben hin, Kritik ist edel und all die anderen Ideale der Aufklärung.

Mir war klar geworden, dass diese Gesellschaft verheuchelt ist. Somit wusste ich auch – und ein wenig Nachforschen bestätigte es –, dass jeder Zweifel und Widerspruch unbarmherzig geächtet, verfolgt und bestraft wird ohne die Möglichkeit der Verteidigung. Ich sagte mir also: Das ist unerhört, nicht hinnehmbar, gegen alle Normen und Ideale dieser Gesellschaft. Und die Tatsache, dass es kein anderes Thema gibt, wo Widerspruch brutaler unterdrückt wird, ist Beweis genug für mich, dass es das wichtigste Thema überhaupt ist. Derjenige, der sich der Wahrheit gewiss ist, ist gelassen; nur Lügner schreien nach irdischen Richtern.

Die Ungerechtigkeit im Rahmen dieser Verfolgungen ist es, die immer mehr zu meinem überwiegenden Antrieb wurde. Natürlich auch die Überzeugung, wenn wir die Tyrannen nicht von Anfang an stoppen, werden sie immer mehr unserer Freiheiten zerstören, ihre Leichen in ihrem Keller zu untersuchen. Sodann ist es geradezu amüsant zu beobachten, mit welch geringer Anstrengung man ganze Regierungen in Panik versetzen, ja, ganze Zivilisationen zum Zittern bringen kann. Es bedurfte nur eines gut fundierten, an Tatsachen orientierten und objektiv geschriebenen Buches..

„Gebt mir einen Lebenssinn!“, forderte ich in meiner Jugend und als junger Erwachsener. Ich habe ihn gefunden. Wenn so viele mächtige Leute dermaßen viele kriminelle Methoden anwenden, um einen friedlichen Dissidenten zu stoppen, dann nur deshalb, weil ich etwas besitze, das die Welt erschüttern kann – und wird. Ich werde es ihnen zeigen.

Jetzt, wo sie mein Leben zerstört haben, bleibt mir nichts anderes mehr, als unter Beweis zu stellen, dass ich recht habe, und die Tatsache, daß immer mehr Historiker die Seiten wechseln – zunächst nur hinter den Kulissen, aber das wird sich ändern – und dass die herrschenden Mächte zunehmend rasender werden, beweist mir, daß es funktioniert.

Sowohl die Nachkriegs- als auch die Neue Weltordnung wurden auf dem Holocaust errichtet, und zusammen mit ihm werden sie auch untergehen. Aber das ist nicht wichtig, weil sie ohnehin zugrunde gehen wird, alleine schon deshalb, weil sie den Planeten ruinieren und die Weltwirtschaft an die Wand fahren.

Für mich ist es einfach: Ich bin sicher Recht zu haben, und solange man mich nicht mit rationalen, wissenschaftlichen Argumenten davon überzeugt, dass ich schief liege, werde ich nicht klein beigeben. Falls Ihnen den Vergleich zusagt, ich bin eine Art menschlich-intellektueller Pit-Bull-Terrier, und sie machten den Fehler, mich bis aufs Blut zu reizen, indem sie mich verfolgten.

Das war’s. Keine Verhandlungen mehr. Jetzt geht es darum: die oder ich?.

Mein Vater hat es nicht vermocht, mich mit Faust, Peitsche und Stock zu brechen oder indem er mich als Wurfgeschoss benutzte, und so werden auch sie meinen Willen nicht mit Gewalt brechen. Er wird mit jeder Tracht Prügel nur stärker.

Das ist mein Charakter: Ich bin ein Querdenker mit unglaublicher Willenskraft und Sturheit, falls nötig, wenn man nicht vernünftig mit mir redet, sondern nur brutale Gewalt einsetzt. Druck erzeugt Gegendruck. In dieser Hinsicht bin ich ein einfaches physikalisaches Prinzip. Da steht auf der einen Seite mein Menschenrecht zu zweifeln, zu forschen, zu untersuchen, zu widersprechen, zu diskutieren, zu widerlegen, herauszufordern, zu hinterfragen. Die einzige Art, mir das zu nehmen, ist, indem man mich tötet. Punktum.

Und das ist die stärkste Motivation: Die einzige Art, mir dies zu nehmen, ist, mich zu töten. Punktum.

Jeder, der mich lediglich dafür bestraft, dass ich mein angeborenes Recht ausübe, ein Mensch zu sein = ein Wesen, das zweifeln und forschen kann, wird auf meinen äußer­sten unbeugbaren Widerstand stoßen. Ich erlaube es keinem, mich zu einem unterwürfigen Sklaven zu erniedrigen. Niemandem.


Israel Shamir kommentierte meinen Brief wie folgt:

„Meiner Ansicht nach bedeutet Holocaust-Befürwortung die Hinnahme jüdischer Überlegenheit und Einzigartigkeit, während Holocaust-Bestreitung eine Zurückweisung dieses Überlegenheits-Dünkels ist. Damit wird Holocaust-Bestreitung zur Pflicht eines jeden Anti-Rassisten bzw. eines jeden Christen. Germar Rudolf ist ein Wissenschaftler, ein Dissident, der 2005 in den USA seiner jungen Frau und seinem Kindchen entrissen und in sein Herkunftsland BRD ausgeliefert wurde. Dort ist er angeklagt wegen seiner wissenschaftlichen Forschungsarbeiten über Auschwitz, die in dem weltbekannten ‚Rudolf-Gutachten‘ zusammengefasst sind. Er wurde 1964 geboren, er ist einer der jüngsten hochkarätigsten Revisionisten, hervorgegangen aus der Nachkriegsgeneration. Junge Menschen in der BRD sind generell auf brutalste Weise gehirngewaschen mit konventioneller Holocaust-Überlieferung. Germar, wie wir alle wissen, ist anders.“